Offener Brief an die Bischöfinnen/S.intendentinnen und Bischöfe/S.intendenten der EKD-Gliedkirchen

Der folgende offene Brief liegt im Wortlaut allen deutschen Kirchenzeitungen römisch-katholischen Kirche und der Gliedkirchen der EKD vor. 

An die landeskirchlich-evangelischen Bischöfinnen und Superintendentinnen sowie Bischöfe und Superintendenten Deutschlands

Ungeimpfte – Deutschlands neue Zöllner und Sünder?

 

Mit Entsetzen sehe ich als kleiner Theologe und Religionslehrer, wie christliche Kreise (z.B. 12)  sich in Deutschland dem gesamtgesellschaftlichen Trend zur Ausgrenzung bisher nicht Geimpfter anschließen. Ich möchte daher eine deutliche Stellungnahme von Ihnen zur offiziellen Impfpolitik einfordern. Denn zu „Zöllnern und Sündern“, mit denen Jesus aß und trank (Mt 9,11; Lk 5,30; 18,11), macht die Politik mit CDU/CSU vorneweg seit geraumer Zeit die Ungeimpften. Den vorläufigen Gipfel systematischer Benachteiligung erklommen neulich die Länder Hessen und Niedersachsen mit der Ermöglichung der 2G-Regel auch für Supermärkte.

So stelle ich die Frage: Mit wem will in solchen Zeiten die Kirche zu Tische sitzen?

Wer ausreichend informiert ist, sieht mindestens acht seriöse Gründe, mit der Impfung bis auf Weiteres warten:

  1. Die Zahl der ganz offiziell gemeldeten mutmaßlichen Impfnebenwirkungen differiert prozentual zwischen Deutschland, Österreich, der Schweiz, Holland, Norwegen, Dänemark und Schweden ganz erheblich, obwohl dieselben Impfstoffe verwendet werden. Während es in Deutschland nur etwa 0,15 % gemeldete Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen gegeben haben soll (letzter verfügbarer Bericht vom 31.08., abgerufen am 18.10.), waren es in Dänemark 1,33 %. (letzter verfügbarer Bericht vom 12.10., abgerufen am 18.10.) Das bedeutet, dass man an zuständiger deutscher Stelle zumindest überfordert ist, die entsprechenden Informationen zu sammeln. Die zeitliche Differenz zu den Dänen offenbart zudem ein ganz erhebliches Transparenzproblem auf deutscher Seite.
  2. Vor diesem Hintergrund werden Erfahrungen und Reaktionen wie die der Berliner Opernsängerin Bettina Ranch oder des Tübinger Arztes Guntram Zimmermann,  die ich auch aus privatem Umfeld ergänzen könnte, verallgemeinerbar. Sie kommen realiter anscheinend sehr viel öfter vor, als dies offiziell und öffentlich-rechtlich dargestellt wird.
  3. Ins selbe Muster passt auch: Auf der Homepage der norwegischen Aufsichtsbehörde zur Arzneimittelkontrolle z.B. ist zu lesen (Stand 18.10.), dass es seitens junger Frauen viele Meldungen über unregelmäßige Blutungen nach den Impfungen gebe, die auf den Beipackzetteln zu den Nebenwirkungen der Impfstoffe nicht erwähnt würden. Man wisse sehr wenig darüber und ein potentieller Zusammenhang werde untersucht. Das Paul-Ehrlich-Institut hingegen wiegelt ab und/oder ist nicht up to date: Die letzte Verlautbarung dazu stammt vom 31.07.
  4. Am Problem der infektionsverstärkenden Antikörper in der Kombination Alpha- und Deltavariante des Virusstammes wird immer noch geforscht (z.B.: 123) Beim Paul-Ehrlich-Institut heißt es dazu nur, dass hier „bislang“ keine Probleme aufgetreten seien (Stand 07.09., abgerufen am 18.10.). Doch wie will man das wissen, wenn es sehr deutliche Signale dafür gibt, dass die Meldestatistik zu Impfnebenwirkungen- und Komplikationen nicht stimmen kann (sh. Pkt. 1), und wenn offensichtlich zu wenig Obduktionen durchgeführt werden?
  5. Es kommt immer wieder vor, dass Arzneimittel, die die Zulassungskriterien erfüllen, auch nach Jahren noch zurückgezogen werden müssen. Nach bereits milliardenfach verimpften Dosen ist dies ohne ein politisches Erdbeben nie dagewesener Schwere aber nicht mehr möglich, weshalb potentiell schwerwiegende Folgen politisch unterhalb des Radars der Öffentlichkeit bleiben müssen, auch und gerade wenn medizinisch das Gegenteil geboten sein sollte.
  6. Denn die Politik hat sich von Pfizer & Co am Nasenring durch die Manege ziehen lassen: Die Verträge sollten geheim bleiben, die Hersteller sind aus der Haftung genommen, die Regierungen auch noch zum Kauf verpflichtet, wenn andere Medikamente zur Verfügung stehen könnten: Wenn die Impfstoffproduzenten, die doch als allererste wissen müssen, wovon sie reden, sich aus der Haftung nehmen lassen, wie kann die Politik höheres Wissen haben und den Haftungsmangel ersetzen?
  7. Entsprechend schwer dürfte unsere Position im Falle eines Impfschadens sein, denn die Beweispflicht obliegt den potentiell Geschädigten. Sind solche Verfahren schon im Normalfall schwer zu führen, wurde bzgl. der Covid-19-Impfungen auf Jahrzehnte hinaus ein Klima geschaffen, in dem auf keinen Fall wahr sein darf, was nach heutigem noch lückenhaftem Wissensstand trotz allem wahr sein kann. Da jeder entweder geimpft oder nicht geimpft ist, gibt es kein Gericht mehr, das unbefangen wäre. Jedes Fachgutachten würde sich entweder auf die eine oder andere Seite schlagen müssen und dabei die früher eingenommene Position entweder verteidigen oder verraten. Eine unerlässliche Voraussetzung für die Rechtssicherheit in dieser für die Impfentscheidung wichtigen Frage ist für niemanden mehr gegeben.
  8. Es wird auch an Impfstoffen, die erprobte Technologien verwenden, geforscht. Deren Zulassung ist in Sichtweite und solche Stoffe sind vorbestellt. Ebenso gibt es wenigstens ein seriöses und fast nebenwirkungsfreies, nicht einmal rezeptpflichtiges Medikament gegen Covid 19, das schon seit Jahrzehnten auf dem Markt ist: Ein harmloses Bandwurmmittel. Es wird an der Charite in der Phase II einer klinischen Studie seit dem Sommer erbrobt:  Hinzu kommt nach jüngsten Meldungen fortgeschrittene und vielversprechende Forschung an anderen Therapeutika.

Die bisherigen Impfstoffe bergen also durchaus unüberschaubare Risiken, gegenüber denen das Risiko einer Covid-19-Erkrankung, je nach persönlichem Gesundheitszustand, Alter und Geschlecht weit überschaubarer erscheinen kann. Dass eine Minderheit deshalb mit der Vakzine durch die bisherigen Impfstoffe warten möchte, zumal Alternativen in Sicht sind, ist mehr als plausibel. Um so weniger begründbar ist der deutliche Trend, diese Minderheit vom öffentlichen Leben überall dort, wo es nur möglich ist, auszuschließen.

Haben die obersten professionellen Botschafterinnen und Botschafter Jesu in Deutschland den Mut, hier der Politik und gesellschaftlichen Mehrheit öffentlich ins Gewissen zu reden und sich selbst mit den neuen Zöllnern und Sündern Deutschlands demonstrativ an einen Tisch zu setzen?

Markus Maria Sorge, Theologe und Religionslehrer, Berlin

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