Prof. Dr. theol. Rochus Leonhardt: „Demokratieunfähigkeit reloaded? Wider die aufdringliche „Impffrömmigkeit“ in den Landeskirchen der EKD“

Prof. Dr. Rochus Leonhardt ist an der Evangelischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Leipzig Lehrstuhlinhaber für Systematische Theologie und gilt als einer der profilierten Vertreter seines Faches in Deutschland.
Prof. Leonhardt:

Es wird religiös-theologische Eindeutigkeit im Blick auf die Lösung eines gesundheitspolitischen und insofern säkularen Problems behauptet.

Es gehört zum Geschäft der Politik, mittels einer dramatisierenden Rhetorik Kompetenz, Entschlossenheit und Tatkraft zu demonstrieren, auch (und vielleicht gerade) in Situationen größter Unsicherheit. Es gehört aber nicht zum geistlichen Auftrag der Kirche, konkrete aktuelle politische Optionen und Zielvorgaben direkt und ungefiltert in die eigene Agenda zu übernehmen. Kritische Solidarität impliziert immer auch ein gewisses Maß an Distanz zu politischen Orientierungen. Dies gilt insbesondere dann, wenn diese Orientierungen mit moralischem Druck propagiert und mit dem Gestus jener Alternativlosigkeit vorgetragen werden, die die Praxis „vielstimmiger Kontroverse und Auseinandersetzung“ unterdrückt, in der (…) die Demokratie lebt.

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