Streit in Ärzteschaft? Druck von Politik?

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung hat am 5. Juli einen großen Beitrag zum Thema „Impfen von Kindern“ und berichtet über „Streit unter Ärzten“. Beim Durchlesen des Artikels ergibt sich aber, dass die Präsidentin der Landesärzteschaft Niedersachsen ein allgemeines Impfen für Kinder ablehnt, während ein befragter hannoverscher Kinderarzt dafür plädiert und es auch anbietet. Die Gründe des Kinderarztes sind interessant. Er argumentiert nicht mit dem medizinischen Schutz der Kinder – den die Ärztepräsidentin für unnötig hält. Er leugnet auch nicht, dass der Impfstoff eigentlich viel zu wenig erprobt sei für eine derartige Maßnahme, was sowohl die Präsidentin als auch die Ständige Impfkommission (StIKo) hervorgehoben hatten. Es geht ihm vielmehr darum, jungen Leuten durch die Impfung wieder die Teilnahme am Sozialen Leben zu ermöglichen. So lobenswert dieses Ansinnen ist, so sehr kann man dann aber auch Fragen stellen:

  • Welchen Anteil darf das Vermeiden sozialen Drucks für den Patienten in der Entscheidung für eine Impfempfehlung haben (für Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene)?
  • Wie sehr werden Empfehlungen zur Impfung durch politischen Druck auf die Ärzteschaft und deren Vertreter beeinflusst? Und was davon ist legitim?
  • Wenn sozialer Druck und Stress für Kinder und Jugendliche entsteht, weil sie nicht geimpft sind, gäbe es da nicht Möglichkeiten, diesen Stress anders zu reduzieren? Zumal er ursächlich aus den Maßnahmen herrührt, die staatlich verordnet werden – und doch entsprechend der medizinischen Erkenntnisse (oder auch Nicht-Erkenntnisse) angepasst werden könnten. Oder müssten!

– Die WELT berichtet über den bei der HAZ nur hinter Bezahlschranke zugänglichen Artikel.

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